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Törnbericht Duisburg – Minden - Nienburg - Bremen - Bremerhaven - Harlesiel
#1
Sonntag, 06.04.2014
Der Törn nach Harlesiel beginnt mit der Überführung des Bootes von der Marina Duisburg in die Marina Oberhausen. Bevor wir losfahren, wird noch vollgetankt und Wasser aufgefüllt. Die Fahrt durch die Schleusen Meiderich und Oberhausen ist völlig unproblematisch, das Personal wie immer freundlich und hilfsbereit.

Montag, 07.04.2014
In Oberhausen wird die fällige Inspektion am Außenborder durchgeführt. Dazu wird das Boot mit dem 3 Tonnen-Kran vom Hafenmeister an Land gehoben.
   

Der Mechaniker der Firma Hormann Wassersport aus Duisburg kommt pünktlich um 13 Uhr, so das das Boot um 18 Uhr wieder ins Wasser gesetzt werden kann. Besonders erwähnen möchte ich die freundliche und kompetente Arbeit des Hafenmeisters der Marina Oberhausen, Herrn Meier. Alle Vereinbarungen und Termine wurden absolut zuverlässig eingehalten, vielen Dank dafür.

Dienstag, 08.04.2014
Mit meinem Vater fahre ich weiter bis zum MBC Lünen am Schiffshebewerk Henrichenburg.
   

Hier bleibt das Boot bis zum endgültigen Start der Tour am 14.04.2014 liegen.

Montag,14.04.2014
Mein Schwager und ich fahren mit Bahn und Bus nach Datteln und können um 10:30 Uhr ablegen.
   

Das Ziel der heutigen Etappe ist die "Alte Fahrt Fuestrup", dort wollen wir die erste Nacht liegen. Auf dem Weg dahin müssen wir aber noch die Schleuse Münster passieren. Wie auch in der Vergangenheit ist das völlig unproblematisch, ein kurzer Anruf per Funk und wir können nach dem „Großen“ sofort in die Kammer. Wir haben ja noch einige Schleusen vor uns, bis wir in Harlesiel ankommen, aber wenn das immer so glatt läuft und wir überall so freundliche Schleusenwärter antreffen, sehe ich da überhaupt kein Problem. Einzig das Wetter macht uns hier mächtig zu schaffen. Unmittelbar bevor wir in die Kammer fahren, frischt der Wind in Böen derart stark auf, das wir das Boot kaum auf Kurs halten können. Selbst das Berufsschiff vor uns wird zur Seite gedrückt und touchiert mit dem Heck die Schleusenwand. Aber es geht alles gut, sowohl beim Profi als auch bei uns.
Kurz vor Erreichen des Ziels rufe ich im Hafen an und lasse mir einen Platz zuweisen. Nach dem Anlegen werden beim sehr netten Hafenmeister die Formalitäten erledigt, wenn man möchte, morgens mit frischen Brötchen. Wir gehen im Restaurant der Anlage essen. Die Küche ist außerordentlich gut und das Personal aufmerksam und sehr freundlich, wirklich sehr zu empfehlen. Während wir uns stärken, geht draußen ein mächtiger Schauer nieder. Macht aber nichts, wir sitzen hier warm und trocken.
   

Dienstag, 15.04.2014
Nach einer ruhigen Nacht dann duschen. Die Sanitäranlagen sind sauber und großzügig geschnitten, duschen kostet 1 Euro. Frühstück auf dem Boot - wir haben uns gegen Brötchen und für Müsli entschieden - und um 8 Uhr machen wir die Leinen los.
Das heutige Ziel ist der MYC Mittelland in Bad Essen. Da wir auf diesem Abschnitt keine Schleuse haben, kommen wir gut voran und beschließen noch etwas weiter zu fahren. Das neue Ziel ist der MYC Lübbecke.
Auf dem Weg dorthin begegnen wir der Beluga II, einem Schiff von Greenpeace. Es ist auf einer Tour zu den Standorten alter und damit potentiell unsicherer Atomkraftwerke um auf diese besondere Problematik aufmerksam zu machen.
   

Kurz vor Lübbecke rufe ich dort an und frage nach einem Platz. „...kein Problem...“, heißt es, „...die Saison beginnt erst am 01.Mai, Sanitäreinrichtungen sind aber geöffnet und Wasser ist auch warm...Gastronomie aber noch geschlossen...“. Wir laufen also ein, gehen steuerbord an den Gästesteg, an dem schon 2 Segelboote liegen, und machen dort fest. Die Formalitäten erledigen wir im Clubhaus per Quittungsblock und Briefkasten. Im Preis ist Strom und Dusche enthalten, die Sanitäranlagen sind sauber und gut. Wir machen uns heute selbst etwas zu essen und gehen zeitig schlafen.
   

Mittwoch, 16.04.2014
Am nächsten morgen stehen wir um 6 Uhr auf. Es war die Nacht über kalt, so das sich nun auf dem Wasser ein Dunstschleier zeigt, für den alleine sich das frühe aufstehen schon lohnt.
   

Als wir nach der üblichen Körperpflege und unserem Müsli losfahren, steht die Sonne am klaren Himmel und der Dunst sieht im Gegenlicht noch viel schöner aus.
   

Es sind noch ca. 20 km auf dem Mittellandkanal bis zum Wasserstraßenkreuz Minden. Dort wollen wir über den Nordabstieg auf die Weser schleusen, das heutige Ziel ist der Hafen von Nienburg. Wir sind allerdings nicht die einzigen, die in diese Richtung wollen. Einige Minuten sind wir zu dritt auf dem Boot.
       

Auf dem weiteren Weg rechts und links am Ufer wirklich idyllische Bilder.
       

Kanalfahren hat auch seinen Reiz und ist keineswegs langweilig.
Kurz bevor wir die Schleuse erreichen, kommt uns ein Boot der Wasserschutzpolizei entgegen. Es wendet vor uns und dann kommt die „Kelle“, also längsseits gehen zur Kontrolle. Die Polizisten fahren, mit uns an ihrer Steuerbordseite im Schlepp, weiter in Richtung Schleuse, „...dann sparen sie noch ein wenig Treibstoff und verlieren keine Zeit...“. Na, wenn das mal nicht nett ist, oder? Nachdem die Kontrolle beendet ist, machen wir los und sind auch kurze Zeit später an der Schachtschleuse Minden.
   

Da es noch immer absolut windstill ist, ist Anlegen am Wartesteg nicht nötig, das Boot bleibt auch so auf der Stelle stehen. Es folgt der übliche Anruf über Funk, mit folgender Antwort: „...die Kammer ist gerade unten, ich komme leer hoch, sobald grün ist, könnt ihr sofort einfahren...“. Wenige Minuten später sind wir in der Schleuse und auf dem Weg nach unten. Ich bin immer wieder fasziniert, wie nett und kooperativ die Schleusenwärter sind. Die Kammer hat glatte Wände mit Pollern. Es ist ratsam, die Fender vor dem Einfahren sehr tief zu hängen, da der Wasserspiegel beim Einlaufen fast bis zur Mauerkrone reicht. Nachdem wir im Unterwasser angekommen sind, fahren wir noch ein kleines Stück im Schleusenkanal und sind dann auf der Weser.
Seit unserer Abfahrt in Duisburg, bzw. Datteln, ist unsere Geschwindigkeit auf 12 km/h begrenzt gewesen. Nun können wir endlich einmal den Hebel weiter durchdrücken, zumindest bis die erlaubten 35 km/h anstehen.
Hier eine technische Info. In Oberhausen habe ich einen „SE 300 Sport Hydrofoil“ an den Außenborder montiert.
Während der langsamen Kanalstrecken reagiert das Boot dadurch besser auf die Ruderbewegungen. Auch das Wellenbild hat sich verändert, es ist deutlich flacher als vorher. Aber hier, auf der schnellen Passage der Weser, kann der Hydrofoil auf ganzer Linie überzeugen. Das Boot kommt schneller und ca. 5 km/h früher ins Gleiten, das Wellenbild ist sehr flach
   

und der Verbrauch ca. 10 Liter pro Stunde geringer als ohne „Flügel“. Diese Investition (ca. 60 Euro) hat sich in jedem Fall gelohnt.
Die Weser ist hier erstaunlich schmal und extrem ruhig. Na ja, sonst bin ich ja auch auf dem Rhein bei Duisburg unterwegs, da ist man schon etwas anderes gewohnt. Die Weser ist staugeregelt, bis Bremen sind es 7 Schleusen. Die nächsten 6 Schleusen sind weitgehend identisch, habe glatte Wände und Nischenpoller.
       

Nun geht es auf einem glatten Wasserspiegel und durch drei (Petershagen, Schlüsselburg und Landesbergen) der 7 Schleusen zu unserem heutigen Ziel...
   

...dem Hafen des Kanu-Club Nienburg.
   

Die Formalitäten kann man in der Gaststätte auf dem Gelände erledigen, wenn der Hafenmeister nicht anwesend ist. Da wir recht früh dran sind, ist die „Gaststätte“ zuständig. Der Mensch hinter der Theke ist sehr unfreundlich und mürrisch. Wir zahlen unseren Obolus und beschließen abends irgendwo in der Stadt zu essen. Am Steg finden wir Strom und Wasser, die Toilette und die Dusche sind sehr einfach und die Räume kalt, da die Tür nicht geschlossen werden darf. Man kommt sonst nicht mehr hinein.
Die Stadt ist recht hübsch und es gibt viele Restaurants. Wir kehren im Ratskeller ein und essen sehr gut zu abend.
           

Donnerstag, 17.04.2014
Auf Grund der geschilderten Zustände der Sanitäranlagen muss heute morgen eine Katzenwäsche reichen. Wir frühstücken und machen uns so gegen 8 Uhr auf den Weg nach Bremen. Nachdem wir die Schleuse Drakenburg passiert haben, sehen wir die Hochseil-Gierfähre Schweringen, die allerdings zu Wartungszwecken stillliegt, so das wir keine Behinderung befürchten müssen.
   

Nach den nächsten Schleusen, Dörverden und Langwedel, in der bekannten Bauart, nutzen wir die Gelegenheit um im Wassersport-Zentrum Oberweser zu tanken. Ich möchte auf den folgenden Etappen keinesfalls einen Treibstoffmangel riskieren. Außerdem ist die Versorgung mit Tankstellen, insbesondere denen mit Benzin, auf dem weiteren Weg eher dürftig.
   

Als nächstes passieren wir die Sportbootschleuse in Bremen Hemelingen. Sie ist als Selbstbedienungsschleuse völlig anders. Die Bedienung ist aber einfach und durch den Schwimmsteg in der Kammer geht die Schleusung sehr entspannt über die Bühne.
   

Ach ja, ab jetzt haben wir Ebbe und Flut mit einem Tidenhub von 3,90m. Die weitere Fahrt führt uns am Bremer Weserstadion vorbei,
   

am Ausbildungszentrum der Seenotretter,
   

dem Seenotkreuzer der 23,3-Meter-Klasse „Minden“,
   

vorbei am Theaterschiff BremenTheaterschiff Bremen,
   

und einem imposanten Segler, der früheren Conway, dem heutigen Restaurantschiff „Pannekoekschip“.
   

und kommen schließlich in der Marina Bremen sehr gut unter.
   

Die Aufnahme durch den Hafenmeister, der uns auch schon bei der Platzwahl und dem Anlegemanöver hilfreich zur Seite steht, ist überaus freundlich. Nachdem die Formalitäten erledigt sind und der Hafenmeister uns erklärt hat, wie man zum Rathaus kommt, machen wir uns auf den Weg. Selbstverständlich besuche wir die Bremer Stadtmusikanten, das Rathaus
       

und die Böttcherstrasse mit dem schönen Glockenspiel und der sehr verspielten Architektur.
                   

Auf dem Rückweg zur Marina reihen sich auf der Schlachte Restaurant an Restaurant und Kneipe an Kneipe.
   

Hier fällt es uns nicht schwer etwas gutes zum Abendessen zu finden und auch der Durst lässt sich sehr einfach stillen. Die Schlachte ist lang, weshalb es heute etwas später in die Koje geht als sonst üblich.

Freitag, 18.04.2014
Wir stehen um 6 Uhr auf. Die Sanitäranlagen sind gut, duschen ist im Preis enthalten. Nach dem obligatorischen Müsli und einer Tasse Kaffee geht es gegen 8 Uhr los. Wir haben ablaufendes Wasser was unsere Geschwindigkeit über Grund begünstigt. Bis zur Hunte haben wir durch den Wind zwar einen ordentlichen Wellengang, aber alles im normalen Rahmen.
   

Aber dann kommt das, was man wirklich vermeiden sollte, starker Wind gegen Strom. Da der Wind weiter auffrischt werden die Wellen immer steiler und es hackt gewaltig. Die nächste Stunde haben wir alle Hände voll zu tun, die Wellen möglichst an der flachsten Stelle zu treffen. Das gelingt nicht immer und wir bekommen immer wieder eine Welle über den Bug. (Das Foto stammt noch aus den Anfängen der Situation, kurz danach hatte ich keine Zeit mehr Fotos zu machen).


Und hier noch eine kurze Videosequenz zu der Situation. Wie gesagt, nur vom Anfang, danach war an filmen nicht mehr zu denken.




Aber „Stuppi“ schlägt sich tapfer und wir kämpfen uns voran. Erst kurz vor Nordenham beruhigt sich das Wasser wieder, nicht weil der Wind nachgelassen hat, sondern weil wir nun auflaufendes Wasser haben. Wind und Strom haben jetzt die gleiche Richtung, wir sind erleichtert.
   

Bei der Abfahrt in Bremen haben wir beschlossen, die Marina City Port in Bremerhaven anzusteuern. Zum einen gibt es dort eine Tankstelle, zum anderen ist diese Marina unabhängig von Gezeiten oder Schleusen jederzeit erreichbar. Die Realität ist ernüchternd, völlig verlassen ohne Service und dem Wind voll ausgesetzt ist es kein schöner Platz. Wir fahren also gleich wieder zurück auf die Weser und haben als neues Ziel die Lloyd-Marina Bremerhaven. Diese ist nur eine kleines Stück die Weser hinunter, hat allerdings eine Schleuse als Zugang. Der Anruf über Funk wird beantwortet „...Kammer kommt mit einem Schiff, bitte im Vorhof warten...danach könnt ihr rein“. Das ist leichter gesagt als getan, der Teil vor der Schleuse ist sehr eng und der Wind noch immer sehr stark. Auf der Weser warten ist auch unangenehm, da dort sehr hohe Wellen laufen und die Strömung einen stark versetzt. Also im Vorhof warten und aufmerksam das auslaufende Schiff, das ebenfalls wartende Segelboot und die Spundwand im Auge behalten. Als die Signale grün zeigen, fahren wir nach dem Segler ein. Hier eine angenehme Überraschung, auf beiden Seiten der Kammer befinden sich Schwimmstege an denen man festmachen kann. Es empfiehlt sich daher, die Fender schon vor der Einfahrt sehr tief zu hängen. Wir holen das schnell nach und machen fest. Nach wenigen Minuten sind wir im „Neuen Hafen“. Dieser Hafen, incl. der Schleuse, ist nicht nur für die Sportboote gemacht. Hier fahren auch die riesigen Schlepper, die den großen Schiffe in und aus den Hafenbecken helfen, ein und aus.
   

Also nicht erschrecken und hin und wieder ruhig mal nach Achtern schauen. Die Marina ist sehr mondän, breite Schwimmstege aus Beton mit Säulen für Strom und Wasser und Fingerstegen aus Holz. Hier sollte man ein wenig aufpassen, die Fingerstege vertragen keine allzu hohe Belastung, sie tauchen tief ein und dann bekommt man u.U. nasse Füße. Um die Formalitäten zu erledigen gehe ich zur Rezeption der Anlage. Es ist wirklich eine Rezeption, wie man sie sonst von Hotels kennt. Ich bezahle das Liegegeld und meine Marken für Dusche und Strom. Die Marken sind identisch und können universell verwendet werden. Die Sanitäranlagen sind ausgezeichnet, eine Marke reicht locker um ausgiebig zu duschen. Eine Marke für die Stromsäule liefert innerhalb 24 Stunden max. 2KW. Wlan gibt es auch und ist sogar kostenlos. Wir gehen ein wenig spazieren und im überSEE einen Kaffee trinken. Für abends reservieren wir vorsorgliche einen Tisch. Zurück auf dem Boot diskutieren wir den weiteren Verlauf der Tour. Wir werfen einen Blick auf die Prognose des Deutschen Wetterdienstes für den nächsten Tag. Es liegt eine Starkwind und Sturmwarnung für die komplette Deutsche Bucht vor. Nach den heutigen Erlebnissen und dieser Wetterprognose fällt die Entscheidung, wir fahren morgen mit dem Zug nach Hause und lassen das Boot hier liegen. Um 19 Uhr gehen wir im überSEE essen, es ist sehr lecker und die Bedienung ist aufmerksam und freundlich. Als wir uns schlafen legen, pfeift draußen immer noch ein starker Wind. Schade, das die schöne Tour hier erst einmal zu Ende ist.

Samstag, 19.04.2014
Es ist 6 Uhr als wir aufwachen. Das erste was uns auffällt, nichts schaukelt. Der Blick nach draußen lässt uns staunen. Die Fahnen, die gestern noch stramm im Wind flatterten hängen schlaff am Mast, der Wasserspiegel sieht aus, als ob jemand eine Glasplatte darauf gelegt hätte und der Himmel ist stahlblau und wolkenlos. Das passt irgendwie nicht mit der Wettervorhersage von gestern zusammen. Während mein Schwager duscht schaue ich noch einmal beim Deutschen Wetterdienst nach der aktuellen Lage. Nichts mehr von Starkwind oder Sturmwarnung, Wind 3 bis 4 in Böen 5, Wellenhöhe 2 m. Beim Frühstück diskutieren wir noch einmal die Lage und sind uns einig, wir machen den Schlag nach Harlesiel noch heute, die Route ist auch schnell beschlossen, außen herum. Dienstbeginn der Schleuse ist um 8 Uhr und wir können direkt bei der ersten Schleusung des Tages mit nach draußen. Die Weser ist ruhig, die einzigen Wellen verursachen wir selbst.
   

Es geht vorbei an den großen Schiffen, die be- bzw. entladen werden, an dem imposanten Container-Terminal...
           

...hinaus auf die Nordsee. So weit weg vom Land war „Stuppi“ noch nie, es ist schon ein komisches Gefühl.
   

Natürlich tragen wir beide unsere Rettungswesten, man weiß ja nie.
       

Nur noch Wasser, Schifffahrtszeichen und andere Sportboote.
   

Der Leuchtturm Robbenplate, eigentlich ein Backsteinturm, der aber 1992 eine rote Alu-Schutzverkleidung erhielt. Robbenplate war 1959 der erste deutsche Leuchtturm, der Radar erhielt, das Radar wurde 1987 aber wieder demontiert. Heute ist der Turm 37 m hoch.
   

Und dann die erste Begegnung mit den „Großen“ auf dem Schifffahrtsweg. Wir sind außerhalb des grünen Tonnenstrichs und halten uns soweit westlich wie möglich (Achtung Buhnen) um uns auf die kommende Heckwelle vorzubereiten. Die kommt dann auch, kurz und mächtig steil. Da wir mit dem Bug im 90 Grad-Winkel zur Welle stehen, geht alles gut.
   

In der Ferne sehen wir den Leuchtturm „Hohe Weg“. Er ist der einzige Nordseeturm mit Landungsbrücke, die man auf dem Bild links vom Turm noch erkennen kann. Der Turm dient als Leit- und Quermarkenfeuer. 1961/62 musste der Turm komplett renoviert werden. Er wurde umgebaut, der Turmkopf wurde erhöht (36 m), er erhielt eine Gallerie und Radar. 1986 wurde eine verbesserte Radaranlage eingebaut. 1996 erhielt der bis dahin braune Backsteinturm seine rote Aluminium- Verkleidung, die das Mauerwerk schützen soll.
   

Der nächste „Große“, der uns begegnet. Nach den Erfahrungen mit der Heckwelle des vorherigen Schiffes, das deutlich kleine war, machen wir uns unsere Gedanken. Aber es kommt oft anders als man denkt, die Heckwelle bleibt aus. Vielleicht ist sie aber auch so breit, das wir sie zwischen den anderen Wellen gar nicht bemerken.
   

Ab hier machen wir keine Fotos mehr, die Wellen fordern unsere volle Konzentration. Die Windstärke ist nun gute 3, in Böen auch 4 und wir haben nun auflaufendes Wasser. Dadurch werden die Wellen wieder höher, aber im Gegensatz zum Vortag sind diese länger und bei weitem nicht so steil. Teilweise können wir auf der Flanke mit dem Boot „Wellenreiten“.

Für ein kurzes Stück nehme ich noch einmal die Videokamera zur Hand.




Wir treffen alle gesteckten Wegpunkte auf Anhieb und folgen ab der „Ansteuerungstonne Harle“ den Tonnen und haben 2 Stunden vor Hochwasser auf der Barre im Wellental ca. 3,5 m Wasser unter uns. Wir folgen den roten Spieren bis zur Höhe der Hafeneinfahrt von Wangerooge und drehen dann nach steuerbord Richtung Harlesiel ab. Von hier entlang der grünen Spitztonnen, weiter, östlich des Leitdamms, in den Harlesieler Außenhafen. Kurz vor dem Beginn des westlichen Leitdamms kommen uns die Fähre und einige Sportboote entgegen, aber wir haben ja genug Tiefe, so das wir gefahrlos ausweichen können.
   

Als wir ankommen, steht die Schleuse gerade offen, die Lichter zeigen Grün und wir können sofort rein. Perfekter konnte das Timing nicht sein. Nach der Schleusenausfahrt machen wir erst einmal steuerbord an der Kaimauer fest. Ich gehe zum Hafenmeister und lasse mir unseren Liegeplatz zuweisen, erledige die Formalitäten und bekomme die Zugangskarte zur Steganlage. Wir setzen das Boot um und da liegt sie nun:
           

Sonntag, 20.04.2014
Mein Schwager und ich machen heute einen Ausflug nach Wangerooge, allerdings lassen wir fahren (Fähre).
               

Montag,21.04.2014
Wir fahren mit Bus und Bahn wieder nach Hause.

Fazit:

Es waren schöne, anstrengende und aufregende 545 km die wir zurückgelegt haben. Keinen einzigen davon möchte ich missen.
Allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
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