Tour Zwartsluis-Lemmer-Bolsward-Franker-Dokkum-Groningen-Zwartsluis
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Tour: Zwartsluis-Lemmer-Bolsward-Franker-Dokkum-Groningen-Zwartsluis

Die Tour als GPS-Track

Sonntag, 12.09.2021
Meine Frau fährt mich am späten Nachmittag nach Zwartsluis. Ich werde auf dem Boot übernachten, damit ich morgen meine Tour recht früh beginnen kann. Nach dem wir im Jachthaven de Kranerwerd angekommen sind, verstaue ich alles an Bord und verabschiede danach meine Frau.
Bevor ich in die Koje gehe, mache ich noch das Boot für die Fahrt startklar.

Montag, 13.09.2021
[Bild: Z-W.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Es ist 6:30 Uhr als ich aufwache. Ich gehe schnell duschen und frühstücke anschließend. Die heutige Etappe ist die längste der Tour und führt durch den Noordoostpolder über Lemmer nach Woudsend. Im Juli diesen Jahres bin ich die Etappe schon einmal gefahren, da war das Ziel Lemmer mit einer Übernachtung in Kraggenburg. Aus diesem Grund jetzt in einem Rutsch bis Woudsend. Um 7:30 Uhr mache ich die Leinen los. Es ist kühl, der Himmel bedeckt, aber kein Regen und kein Wind. Besonders der fehlende Wind ist sehr angenehm. Dadurch lässt sich Stuppi leichter manövrieren; sie ist schließlich ein Gleiter und entsprechend windanfällig. Es geht durch die Meppelerdiepsluis auf das Zwarte Water zu Tal, über das Zwarte Meer unter der Kadoelerbrug durch zur Voorstersluis. Hier geht es 4,3 m abwärts. Das Licht ist noch rot und so lege ich am Wartesteg hinter einem bereits wartenden Boot an. Mit der Besatzung komme ich kurz ins Gespräch. Die wollen nach Lemmer, so dass wir bis dahin in einem Mini-Konvoi fahren werden. Nach der Ausfahrt geht es ohne Probleme weiter zur Markenesser Sluis. Auch hier läuft der Schleusenvorgang völlig problemlos ab. Auf dem weiteren Weg muss das Boot vor mir an der Kamperbrug auf die Brückenöffnung warten, während ich auch bei geschlossener Brücke darunter durch passe. Bis zur Friesesluis führe ich nun unseren "Minikonvoi" an. Als wir an der Friesesluis ankommen, warten dort schon zwei Sportboote auf die Schleusung. Wir gesellen uns dazu und warten auf das grüne Licht. Als wir einfahren dürfen, wird es doch recht eng in der Kammer, aber mit ein paar Korrekturen hier und da klappt es doch und wir können alle mit. Als wir im Oberwasser ausfahren, befinden wir uns wieder auf dem IJsselmeer, genauer auf der Lemstervaart. Nun geht es ein kleines Stück zur Lemstersluis. Bei der Einfahrt in die Schleuse ist das Schleusengeld fällig und wird mit dem Holzschuh an der Angel kassiert. Der Betrag gilt für die Schleuse und die folgenden Brücken, die ich bei der Stadtdurchfahrt passieren werde. Es geht nur wenige Zentimeter abwärts und wir können ausfahren. Als ich in das Hafenbecken einfahre, sehe ich, dass da noch Boote aus der vorherigen Schleusung auf die Öffnung der Truitjezijlbrug warten. Nun wird es aber echt eng hier.
   

Als die Brücke endlich öffnet, ordne ich mich hinter einer großen schicken Motoryacht ein. Leider hat der Skipper wenig Erfahrung mit dem Boot, ständig hört man sein Bug- und Heckstrahlruder arbeiten und er pendelt ständig vor mir hin und her. Die nächste Brücke ist zwar schon geöffnet, aber da läuft gerade der Gegenverkehr. Also stoppen alle auf und warten bis die Durchfahrt frei ist. Da an der Kaimauer auch Boote im Päckchen liegen, ist es gar nicht so einfach den entgegenkommenden Booten auszuweichen. Letztendlich klappt aber auch das ohne Blessuren.
   

Bis zur Zijlroedebrug ist der Kanal nun etwas breiter, so dass auch der Skipper vor mir es schafft, einigermaßen geradeaus zu fahren. Nach der Brückenpassage kann ich endlich überholen und habe nun freie Fahrt. Die restliche Strecke über Sloten nach Woudsend kann ich ohne Probleme fahren. In Woudsend angekommen, ist der Jachthafen de Rakken schon sehr voll. Deshalb weist mir der Hafenmeister einen Platz längsseits am Steg A zu. Ich zahle meine Liegegebühren und mache Stuppi an der zugewiesenen Stelle fest.
         

Nach 9,5 Stunden Fahrzeit beschließe ich erst einmal eine Pause einzulegen. Um 19 Uhr mache ich mich dann auf den Weg mir Woudsend anzuschauen.
               

Bei der Gelegenheit kehre ich im Proefkantoor de Klerk ein, um ein Bier zu trinken und zu Abend zu essen.
           

Es schmeckt vorzüglich und nach einem weiteren Bier gehe ich zurück zum Boot. Der Tag war anstrengend und so lege ich mich auch bald in die Koje.

Dienstag, 14.09.2021
[Bild: W-B.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Um 7 Uhr stehe ich auf und gehe duschen. Anschließend eine Tasse Kaffee und mein Müsli zum Frühstück. In der Nacht musste ich tatsächlich die Heizung einschalten, die Temperatur war auf 5 Grad gesunken. Heute morgen ist das Wetter toll, nur leichte Schleierwolken am Himmel und die Sonne scheint. Da ich nach Bolsward will und die Strecke recht kurz ist, fahre ich erst um 8 Uhr los. Ich halte mich nach der Hafenausfahrt backbord und fahre Richtung Hegemer Mar, dann an Heeg vorbei Richtung IJlst. Hier passiere ich die Nijezijl-Brücke und Eisenbahnbrücke. Beides sind Drehbrücken. Von hier geht es gemächlich über de Wilmerts an Abbega und Wolsum vorbei nach Bolsward. Um nach Bolsward hinein zu kommen, geht es steuerbord unter der Kruiswaterbrug hindurch Richtung Stadsgracht. Da sich die Sanitäranlagen in der Nähe der Gijsbert Japicxbrug befinden, gehe ich backbord in die Stadsgracht und passiere die Blauwpoortsbrug. Kurz vor der Gijsbert Japicxbrug lege ich steuerbord an. Der Platz ist sehr schön, an der Kade mit Wiese und nah zum Zentrum.
   

Es ist noch früher Nachmittag, so mache ich einen ersten Erkundungsgang durch den Ort. Es geht vorbei an Grachten und hübschen Häusern.
                                                       

Zwischendurch gönne ich mir den obligatorischen "Koffie en Appeltaart".
   

Ich schaue mir auch die Broerekerk an, eine etwas ungewöhnliche Kirche, die schon mehrfach vor dem Abriss stand. Eine interessante Art solch ein Gebäude weiter zu nutzen.
         

Am Abend gehe ich nett essen, bevor ich mich in die Koje lege.
                 

Mittwoch, 15.09.2021
[Bild: B-F.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Heute steht die Fahrt nach Franeker auf dem Plan. Ich stehe um 7 Uhr auf, gehe duschen und frühstücke anschließend. Es ist 9 Uhr als ich den Brückenwärter auf dem Fahrrad kommen sehe. Er stoppt und fragt mich, in welche Richtung ich möchte. Als ich ihm Franeker als Ziel nenne, macht er sich auf zur Gijsbert Japicxbrug und bereitet auch gleich die Öffnung vor. Ich mache die Leinen los und kann wenige Augenblicke später die Brücke passieren. Der Brückenwärter fährt mit seinem Rad zur nächsten Brücke. Als ich dort ankomme, wird die auch schon gehoben, so dass ich ohne Zeitverzögerung durchfahren kann. Von hier ab geht es über die Bolswarder Trekvaart bis Oosterlittens. Es ist eine ruhige und sehr schöne Strecke. In Oosterlittens geht es backbord in die Franekervaart bis zum van Harinxmakanaal. Nach zwei Kilometern gehe ich steuerbord in die Alde Trekfeart über die ich dann in die Oosterstadsgracht komme. Hier finde ich einen schönen Liegeplatz an der Kade.
           

Wie immer schaue ich mir auch hier den Ort an.
                           

Im Café des Planetariums gönne ich mir ein Stück Apfelkuchen mit einer Tasse Kaffee.
   

Dabei entdecke ich ein nettes Lokal und gehe dort am Abend etwas essen.
           

Auf dem Boot sitze ich noch lange am Laptop, schaue mir die Videos der vergangenen Tage an und kopiere die Fotos vom Handy auf den Rechner. Es ist schon sehr spät, als ich in die Koje gehe.

Donnerstag, 16.09.2021
[Bild: F-D.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Um 6 Uhr klingelt mein Wecker. Ich gehe sofort duschen und trinke anschließend meinen Kaffee. Das Müsli lasse ich heute weg, ich bin nach dem üppigen Essen von gestern nach satt. So bin ich schon um 7 Uhr unterwegs. Es wird eine spannende Fahrt. Geplant ist es, die Kleiroute bis nach Berlikum zu fahren, von dort über das Moddergat, Blikfaart, Sudhoekster Faart, Ouwe Rij, Leister Feart und Feinsumer Feart zum Dokkumer Ee bei Bartlehiem. Eine selten genutzte Route, die aber interessant scheint. Gestern Abend hatte ich mich mit dem netten Ehepaar von dem Boot, das vor mir lag, darüber unterhalten. Sie sind die Tour letztes Jahr gefahren und fanden die nicht so toll. "...da ist sehr viel Kraut im Wasser, ständig der Kühlwassereinlass dicht...". Ok, nun habe ich einen Außenbordmotor, den ich bei Bedarf in den Flachwassermodus stellen kann. Dabei verfängt sich so gut wie kein Kraut am Schaft. Bis Berlikum gibt es keine Probleme, es ist ja schließlich eine gängige Route. Hier gehe ich backbord in das Moddergat. Es ist recht breit und erst einmal schnurgerade. Aber nach einigen hundert Metern merke ich, wie das Boot des öfteren im "Kraut" stecken zu bleiben droht. Ich befürchte, dass das in den kommenden schmaleren Etappen deutlich mehr werden wird. Also mache ich kehrt, fahre zurück nach Berlikum und von dort die "normale" Kleiroute weiter bis zum van Harinxmakanaal bei Deinum. Von hier geht es dann Richtung Leeuwarden. Ich fahre über die Harlingervaart, durch die Stadt und über das Dokkumer Ee bis nach Dokkum. Letztes Jahr habe ich in der Zuidergracht kurz vor der Woudpoortsbrug gelegen, dieses mal fahre ich in das Kleindiep mitten in der Stadt und mache dort fest.
         

Anschließend bummel ich ein wenig durch die Altstadt und trinke einen Kaffee. Zurück an Bord mache ich klar Schiff und schaue mir das Video von heute an. Gegen Abend suche ich mir ein nettes Lokal und esse gut zu Abend. Als ich wieder am Boot ankomme, ist es dunkel und ich mache noch ein paar Aufnahmen, bevor ich mich schlafen lege.
           

Freitag, 17.09.2021
In Dokkum werde ich heute einen Hafentag einlegen. Letztes Jahr bin ich ebenfalls von Leeuwarden über das Dokkumer Ee bis hierher gefahren. Als ich dabei durch Burdaard fuhr, hatte die dortige Brücke Mittagspause. Ich habe vor der Brücke an der Kade angelegt, bin beim Festmachen des Bootes gestolpert und auf den Rücken gefallen. Dabei habe ich mir einen Lendenwirbel gebrochen. Ich konnte zwar weiterfahren, habe mir Dokkum wegen der Schmerzen aber nicht wirklich anschauen können. Das möchte ich heute nachholen. Da ich ja viel Zeit habe, stehe ich erst um 8 Uhr auf und frühstücke in Ruhe. Anschließend mache ich das Boot sauber. Mittlerweile ist es kurz vor 11 Uhr. Ich mache mich auf, den Ortskern auf dem alten Wallgraben zu umrunden.
                                                                                       

Dabei komme ich auch an der Stelle vorbei, an der ich letztes Jahr angelegt habe.
   

Um 18:22 Uhr hole ich meinen Sohn und seine Freundin am Busbahnhof ab. Die beiden wollen bis nach Groningen mitfahren. Da der Passantenhaven keine Sanitäreinrichtungen hat, habe ich für die beiden ein Zimmer (B&B Diepzicht, De Dijk 16) gebucht.
             

Nach dem Einchecken schauen wir uns gemeinsam die Altstadt an. Wir beenden den Tag nach einem leckeren Abendessen und verabreden uns für morgen so gegen 10 Uhr.

Samstag, 18.09.2021
[Bild: D-Z.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Heute fahren wir also zu dritt nach Zoutkamp. Wir telefonieren uns zusammen und machen um 10:30 Uhr die Leinen los. Es geht über das Dokkumer Grootdiep durch die Willem Lorésluis
       

auf das Dokkumerdiep.
   

Wir fahren weiter über den Slenk und Zoutkamperrijl zum Jachthaven Hunzegat. Dort finden wir direkt am ersten Steg einen schönen Liegeplatz.
   

Wir erledigen bei der sehr netten Hafenmeisterin die Formalitäten und gehen in den kleinen Ort. Dort gibt es erst einmal Kaffee und Apfelkuchen.
   

Danach schlendern wir durch den Hafen
             

Abends gehen wir essen und dann auf dem Boot in die Koje.

Sonntag, 19.09.2021
[Bild: Z-G.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Es ist das erste mal, dass mehr als zwei Personen auf dem Boot übernachtet haben, aber es hat gut geklappt. Um 7 Uhr stehe ich auf und mache mich auf den Weg zu den Sanitäranlagen. Die sind sauber und ausreichend groß. Zurück am Boot gehen mein Sohn und seine Freundin duschen. Derweil bereite ich schon einmal das Frühstück vor, Kaffee und Müsli. Es ist 10 Uhr als wir uns auf den Weg nach Groningen machen. Von hier aus bin ich vor ein paar Jahren über das Reitdiep nach Groningen gefahren. Diesmal will ich über den Hunsingokanaal fahren und über den Kromme Rakken wieder auf das Reitdiep. Von dort soll es der Einfachheit halber über das Aduarderdiep auf den van Starkenborghkanaal gehen. Die Fahrt durch die Dorkwerdersluis weiter auf dem Reitdiep ist heute leider nicht möglich. Es ist Sonntag und alle Brücken werden bedient, außer der Eisenbahnbrücke in Groningen, schade. Also werden wir durch die Oostersluis fahren, um dann im Oosterhaven anzulegen. Ok, wir fahren erst einmal bis zur Hunsingosluis. Die ist zwar offen, aber die Brücke ist zu niedrig. So legen wir an dem Wartesteg an und mein Sohn drückt den Meldeknopf. Nach einiger Zeit wird die Brücke geöffnet, so dass wir hindurch fahren können.
       

Von hier an ist die Fahrt ruhig und recht interessant. Wir fahren durchs Grüne und hin und wieder durch kleine Ortschaften.
               

Kurz nachdem wir auf das Reitdiep eingebogen sind zweigt steuerbord das Aduarderdiep ab. Vor der Abzweigung steht ein Schild, auf dem auf eine Baustelle im Aduarderdiep hingewiesen wird. Die maximale Durchfahrtshöhe, normalerweise 3,10 m ist auf 1 m reduziert. Das bedeutet, wir müssen weiter auf dem Reitdiep bleiben und haben nun zwei Brücken, die für uns geöffnet werden müssen, zu passieren. Schließlich erreichen wir den van Starkenborghkanaal und gelangen zur Oostersluis. Es ist Sonntag und trotzdem ist vor der Schleuse ein ganz schönes Gedränge. Es warten ein weiteres Sportboot und sieben Berufsschiffe. Wir warten erst einmal ab, wer von den Großen in die Kammer fährt. Schnell ist klar, dass außer der schon eingefahrenen Belladonna nur noch die Schönrain mit in die Schleuse passt. So mache ich mich startklar, um neben die Schönrain einzufahren.
   

Das andere Sportboot tut es mir gleich. Als sich die Tore hinter uns schließen, spricht uns der Matrose der Schönrain an. "...wenn der vorne weg ist, dann fahrt ihr zuerst aus...". Ich bedanke mich höflich. Als die Tore vorne aufgehen und die Belladonna ausgefahren ist, fahren wir hinterher. Ein kurzes Stück und schon geht es über steuerbord auf den Eemskanaal. Nach gut 1,5 km liegt steuerbord der Oosterhaven. Ich fahre langsam am Hafen entlang, um nach einem freien Platz Ausschau zu halten. Der Hafenmeister ist anwesend und bemerkt unsere Suche. Er bedeutet uns einen bestimmten Platz anzufahren, was ich auch tue.
   

Der Hafenmeister ist uns beim Anlegen behilflich und so klappt das Anlegemanöver schnell und problemlos.
   

Mein Sohn ist Pancake-Fan und bevor die beiden von hier aus wieder nach Hause fahren, essen wir im Blue Bananas super leckere Pancakes.
               

Wir verabschieden uns und ich bummel noch ein wenig über den Grote Markt. Meine Güte, hat sich das hier verändert. Vor ein paar Jahren war ich hier und der Platz war riesig, heute ist doch alles ziemlich zugebaut.
                     

Ich gehe zurück zum Boot. Da es noch recht früh am Abend ist, mache ich mich daran, eine gerissene Naht an der Persenning zu reparieren. Dabei komme ich mit dem Ehepaar des Bootes hinter mir ins Gespräch. Sie fragen, ob ich öfter mit dem Boot in den Niederlanden unterwegs bin. Als ich das bejahe, sind sie sehr interessiert an Informationen. Ich lade sie kurzer Hand ein an Bord zu kommen. Wir unterhalten uns nett und ich kann ihnen einige Tipps geben. Als die beiden wieder von Bord sind, beende ich meine Arbeit und setze mich anschließend an den Rechner. Auf das Abendessen verzichte ich heute, die Pancakes wirken noch nach. Spät am Abend lege ich mich dann schlafen.

Montag, 20.09.2021
[Bild: G-A.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Heute geht es über den Verbindingskanaal und den Noord-Willemskanaal bis nach Assen. Die Brücken auf dem Verbindingskanaal sind für mich auch geschlossen hoch genug, so dass die erste Brücke, die geöffnet werden muss, die Eelderbrug ist. Da dort aber erst um 9:30 Uhr Dienstbeginn ist, lasse ich mir beim Duschen und Frühstücken Zeit. Es ist kurz nach 9 Uhr als ich die Leinen los mache. Langsam fahre ich aus dem Hafen. Das Wetter ist sehr angenehm, leicht bewölkt, kein Wind und nicht zu warm. Ich komme genau zum richtigen Zeitpunkt an der Eelderbrug an, die Lichter werden sofort auf Rot-Grün gestellt und wenig später bin ich auf dem Noord-Willemskanaal. 
   

Nach wenigen Metern gehe ich vor der van Hallbrug an den Wartesteg und drücke den Meldeknopf.
   

Einige Minuten später wird diese Brücke, die Eisenbahnbrücke und die Zaanbrug geöffnet und ich kann weiterfahren. Die folgenden Brücken, Parkbrug, Muntinghbrug, Julianabrug, van Iddekingebrug und van Ketwich Verschuurbrug, werden auf Abstand bedient. Sobald ich darauf zu fahre, schaltet das Licht auf Rot-Grün und die Brücke ist oben, wenn ich sie erreiche. Hier habe ich keine Wartezeiten, sehr schön. Als ich die van Ketwich Verschuurbrug passiere, habe ich das Stadtgebiet von Groningen hinter mir. Ab hier haben die Brücken und Schleusen wieder die üblichen Öffnungszeiten, also von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr. An der nächsten Brücke, Meerwegbrug, muss ich mich wieder mit dem Meldeknopf ankündigen. Ab hier werden die Brücken videoüberwacht öffnen, sobald ich darauf zu fahre, ebenso die Schleusen. Die Schleuse de Punt steht bereits offen und das Licht ist grün.
   

Der Schleusenvorgang verläuft problemlos und ich kann zügig weiter. Die Sluis Vries steht zwar offen, zeigt mir aber Rot-Rot. Es ist kurz nach 12 Uhr, Mittagspause. Also lege ich am Wartesteg an und mache ebenfalls eine Pause.
   

Um mich herum ist das Wasser "grün" vor lauter Wasserlinsen. Dieses Phänomen begleitet mich schon seit Beginn meiner Tour. Die Kühlung meines Außenborders hat es jedoch bisher nicht beeinträchtigt. Pünktlich zum Ende der Mittagspause gehen die Lichter auf Grün und ich kann schleusen. Wie gewohnt werden die folgenden Brücken ohne Zeitverzug geöffnet, sobald ich nah genug heran gefahren bin. Als ich die Taarlosebrug passiere, kommt mir ein Berufsschiff entgegen.
       

Ich bin diese Strecke schon öfter gefahren, ein Berufsschiff sehe ich heute allerdings das erste mal. Da ich im Passantenhaven in Assen übernachten möchte, rufe ich beim Hafenmeister an, um die Veenlustbrug öffnen zu lassen. "...erst ab 16 Uhr...da wird dran gearbeitet..." Kein Problem, ich bin kurz nach 15 Uhr an der Brücke und mache am Wartesteg fest. Die Sonne scheint und so mache ich mir einen Kaffee, setze mich auf den Bug und schaue zu, wie die Unterseite der Brücke gestrichen wird.
   

Wie vereinbart kommt der Hafenmeister um 16 Uhr, öffnet die Brücke und ich kann zum Passantenhaven. Es sind nur wenige Boote dort und so mache ich Stuppi nahe der Stadt fest.
   

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, gehe ich erst einmal durch den Ort und trinke einen Kaffee. Natürlich nicht ohne Apfelkuchen.
         

Am Abend gehe ich essen und trinke dazu ein leckeres Bier.
       

Dienstag, 21.09.2021
[Bild: A-Di.gif] (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)



Gestern Abend habe ich mit dem Hafenmeister vereinbart, dass ich um 10 Uhr gerne weiter fahren möchte. So habe ich heute morgen Zeit in Ruhe zu duschen und zu frühstücken. Kurz vor 10 Uhr mache ich dann die Leinen los. Die beiden anderen Boote im Hafen sind schon auf dem Weg zur ersten Brücke und warten auf die Öffnung. Als ich dort ankomme, wird die Brückenöffnung gerade eingeleitet. Da der Hafenmeister auch die Veenlustbrug öffnet und er mit dem Fahrrad schneller dort ist als wir mit den Booten, wechselt das Licht auf Grün als wir ankommen.
   

Nach der Durchfahrt geht es über backbord auf die Drentsche Hoofdvaart. Die Strecke bin ich schon öfter gefahren und aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht in einem Rutsch bis Zwartsluis zu schaffen ist. So plane ich eine Übernachtung in Dieverbrug ein. Der Hafen liegt etwas außerhalb der Ortschaft, ist aber mit allem ausgestattet. Die Sanitäranlagen sind groß und sauber, es gibt die Möglichkeit zu tanken und auch einige Restaurants sind vorhanden. Außerdem kann man auf der Schleuse eine kleine Ausstellung besichtigen, die sehr informativ ist. Bezahlt wird der Liegeplatz und ggf. Strom und Wasser völlig unkompliziert mit der AanUit.net-App. Wir sind mit drei Booten unterwegs, deshalb wird es in den Schleusen doch recht eng. Da wir abwärts schleusen und der Wasserstand in den Kammern fast die Mauerkante erreicht, kann ich nach dem Aufstoppen problemlos aussteigen und Stuppi von Hand möglichst nahe an die anderen Boote bugsieren.
       

So erreiche ich nach einer entspannten Fahrt Dieverbrug und suche mir einen schönen Liegeplatz.
   

Am Abend gehe ich Essen, nach langer Zeit mal wieder "chinesisch".
   

Zurück auf dem Boot setze ich mich noch eine Zeit an den Rechner, bevor ich mich schlafen lege.

Mittwoch, 22.09.2021
[Bild: Di-Z.gif]  (Für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)

Um 7 Uhr wache ich auf. Draußen sieht es sehr gespenstisch aus. Ich schnappe mir die Kamera und mache ein Foto von Stuppi
   

Die Dieversluis, durch die ich nachher fahren werde, ist nicht zu sehen. Nur die beiden roten Lichter übereinander markieren ihren Standort.
   

Es ist 8 Uhr, ich gehe duschen und mache mir anschließend Kaffee und Müsli. Um 10 Uhr schleuse ich mit zwei anderen Booten zu Tal und mache mich auf den Weg über Meppel nach Zwartsluis. Die Fahrt verläuft entspannt und ohne besondere Höhepunkte. Es ist 15 Uhr, als ich in Zwartsluis meinen Liegeplatz erreiche. Meine Frau ist mit dem Pkw kurz vor mir eingetroffen und kann mir beim Anlegen helfen. Wir räumen das Boot leer und machen uns auf den Heimweg.

Fazit:
Es war seit langem die erste Tour, die ich ohne Hund gefahren bin; ein wenig ungewohnt. Die Tour als solche war sehr schön und abwechslungsreich. Den Bereich um Franeker werde ich mir nächstes Jahr noch genauer ansehen. Mein Vorhaben, mir Dokkum intensiver anzuschauen, konnte ich realisieren. Auf dieser Tour haben erstmalig 3 Personen auf dem Boot übernachtet, das hat ganz gut funktioniert. Ich freue mich schon jetzt auf die kommende Fahrt.
Allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.
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